HIV - HIV-Selbsttest

HIV-Selbsttest

HIV-Selbsttest - autotest VIH® - ratiopharm

34, 95 €

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Mit dem autotest VIH® können Sie einfach, schnell und diskret Ihren HIV-Status bestimmen. Der HIV-Selbsttest ist ein Bluttest und erfasst zuverlässig eine HIV-Infektion, die vor mindestens 3 Monaten eingetreten ist.
Seitdem eine Reihe hochwirksamer Medikamente zur Behandlung einer HIV-Infektion zur Verfügung steht, hat die Immunschwächekrankheit AIDS für viele ihren Schrecken verloren – der Ausbruch der Krankheit kann heutzutage in den meisten Fällen vermieden werden. Voraussetzung dafür ist, dass möglichst frühzeitig eine antiretrovirale Therapie begonnen wird. Wer eine Infektion befürchtet und sich scheut, seinen HIV-Status durch ein Labor bestimmen zu lassen, kann sich durch einen HIV-Selbsttest Gewissheit verschaffen.
Seit einigen Jahren sind Selbsttests (auch als HIV-Heimtest oder HIV-Schnelltest bezeichnet) für den Eigengebrauch erhältlich, die es ermöglichen, sich ohne Arztbesuch Gewissheit über den eigenen HIV-Status zu verschaffen. Diese Tests basieren auf dem selben Prinzip wie herkömmliche HIV-Tests, die im Labor ausgewertet werden: Sie erkennen Antikörper, die von der körpereigenen Immunabwehr gegen Bestandteile des HI-Virus gebildet werden. In Durchführbarkeitsstudien mit Laien ergab sich eine nahezu hundertprozentige Sensitivität – das bedeutet, alle tatsächlich HIV-positiven Personen erhielten ein korrektes Testergebnis. Falsch positive Ergebnisse ergaben sich bei nur etwa 0,2 Prozent der getesteten Personen: diese Personen waren nicht mit dem HI-Virus infiziert. Die Selbsttests weisen damit auch eine sehr hohe Spezifität auf. Fällt die Entscheidung, einen HIV-Selbsttest durchzuführen, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Test europäischen Qualitätsstandards entspricht und in der EU für den Eigengebrauch zugelassen ist. Der einzige Selbsttest, der derzeit eine CE-Zertifizierung erlangt hat und in der EU für die Anwendung zuhause zugelassen wurde, ist der in Frankreich entwickelte „autotest VIH”.
Für eine verlässliches Ergebnis ist es wichtig, die Angaben in der Gebrauchsanweisung vor der Durchführung des Tests genau durchzulesen und sich mit den einzelnen Testschritten vertraut zu machen. Die im Testkit enthaltenen Komponenten sollten vor Gebrauch auf Vollständigkeit und Unversehrtheit überprüft werden: Beschädigte oder aufgerissene Verpackungen können dazu führen, dass das Testgerät nicht mehr funktionsfähig ist. Das Testkit enthält ein in Folie verpacktes Testgerät mit einer Dosis Verdünnungslösung, eine Sicherheitslanzette zum Anstechen der Fingerspitze, einen Testständer, einen Alkoholtupfer, einen sterilen Tupfer und ein Pflaster. Das beigelegte Beutelchen mit Trocknungsmittel verhindert, dass die Inhalte des Testkits durch Feuchtigkeit unbrauchbar werden. Es wird für die Durchführung des Tests nicht benötigt und kann entsorgt werden. Zur Durchführung des Tests wird der Testständer auf eine ebene Fläche gestellt. An der Spitze des Testgerätes befindet sich ein kleiner Behälter mit einer Dosis Verdünnungslösung. Dieser wird vom Testgerät abgezogen und mit dem Finger in den unteren Bereich des Testständers gedrückt. Im Anschluss daran sollten die Hände mit warmen Wasser gewaschen und abgetrocknet werden. Danach werden die Verpackungen der beiden Tupfer geöffnet. Mit dem Alkoholtupfer desinfiziert man nun eine Fingerkuppe und lässt sie anschließend etwa 30 Sekunden trocknen. Im nächsten Schritt nimmt man die durchsichtige Schutzkappe der Lanzette ab, setzt das rote Ende seitlich an der Fingerspitze an und drückt kräftig nach unten. Durch leichten Druck auf den Finger sollte nun ein Blutstropfen austreten, der mit dem sterilen Tupfer abgewischt wird. Mit leichtem Druck auf den Finger bildet man anschließend einen weiteren, großen Blutstropfen. Nun wird die Spitze des Testgerätes in einem 90°-Winkel auf den Blutstropfen gehalten und abgewartet, bis das spitze Ende vollständig mit Blut gefüllt ist. Das Testgerät wird im Anschluss daran mit dem spitzen Ende nach unten in den Testständer gedrückt. Dabei wird die Schutzfolie der Verdünnungslösung durchstochen. Das Testgerät muss nun kräftig nach unten gedrückt werden. Dabei ist ein dreimaliges Klicken zu fühlen. In weniger als einer Minute muss nun am Testgerät ein rosafarbener Fleck auftreten. Das ist das Zeichen dafür, dass Testgerät und Verdünnungslösung komplett in den Testständer eingerastet sind. Ist dies nicht der Fall, muss noch einmal kräftig nachgedrückt werden. Anschließend kann das Pflaster auf die Fingerkuppe geklebt werden. Ab nun heißt es 15 Minuten abzuwarten: Die Testphase hat begonnen. Nach Ablauf der 15-minütigen Testzeit lässt sich das Testergebnis am Sichtfenster des Testgeräts ablesen. Der HIV-Schnelltest wurde korrekt durchgeführt, wenn am oberen Ende des Sichtfensters eine horizontal verlaufende rote Linie (Kontrolllinie) erscheint. Eine fehlende Kontrolllinie bedeutet, dass der HIV-Test nicht richtig durchgeführt wurde und das Ergebnis nicht interpretierbar ist. In diesem Fall ist eine Wiederholung des des HIV-Selbsttest notwendig. Ist unmittelbar unter der Kontrolllinie keine zweite Linie (Testlinie) zu erkennen, ist das Testergebnis negativ: Die getestete Person ist mit hoher Wahrscheinlichkeit HIV-negativ und damit nicht infiziert. Erscheint eine zweite rote Linie, ist das Ergebnis des Tests dagegen positiv: Der oder die Getestete ist wahrscheinlich HIV-positiv, also mit dem HI-Virus infiziert. Ein positives Testergebnis muss durch einen Bestätigungstest in einem Labor abgesichert werden. Es ist deshalb sinnvoll, bei Vorliegen eines positiven Testergebnisses so schnell wie möglich einen Arzt, eine Ärztin aufzusuchen oder einen Termin in einer spezialisierten Ambulanz zu vereinbaren. Wichtig ist auch, sich selbst und andere zu schützen, bis die Ergebnisse des Bestätigungstests vorliegen. Das bedeutet vor allem: Kein ungeschützter Geschlechtsverkehr und keine gemeinsame Verwendung von Injektionsmaterial, unbedingte Beachtung der Safer Sex- und Safer Use-Regeln. Ein negatives Testergebnis muss nicht eigens durch einen Bestätigungstest abgesichert werden, sofern die Testvoraussetzungen – vor allem die Wartezeit von drei Monaten nach einer möglichen Infektion – eingehalten wurden und der Test unter Beachtung der Gebrauchsanweisung durchgeführt wurde. Das Ergebnis kann als nahezu hundert Prozent sicher betrachtet werden. (*Alle Erklärungen zum Ablauf des Selbsttests am Beispiel des autotest VIH. Andere Testkits können möglicherweise abweichende Testkomponenten enthalten und einen von der Beschreibung abweichenden Testverlauf aufweisen. Es ist deshalb immer die Gebrauchsanweisung des verwendeten Testkits zu beachten.)
Die Abkürzung HIV steht für Human Immunodeficiency Virus (auf Deutsch auch: Humanes Immundefizienz-Virus). HI-Viren sind Auslöser der Immunschwächekrankheit AIDS (Acquired Immunodeficiency Syndrome, Deutsch: Erworbenes Immunschwächesyndrom). HIV-positiv zu sein bedeutet nicht, an AIDS erkrankt zu sein oder – eine entsprechende Behandlung vorausgesetzt – in Zukunft daran zu erkranken. Eine HIV-Infektion kann zwar nicht rückgängig gemacht werden, da sich das HI-Virus nicht aus den Körperzellen entfernen lässt. Es ist aber möglich, mit einer gezielten medikamentösen Therapie die Virusvermehrung so weit einzuschränken, dass ein weitgehend normales Leben möglich ist.
Viren nutzen unterschiedliche Funktionen menschlicher Zellen, um sich zu vermehren. Das HI-Virus bindet dazu an einen bestimmten Rezeptor auf der Oberfläche von Immunzellen. Nach der Infektion kann es über sehr lange Zeit im Körper ruhen, bevor es zur Vermehrung und Infektion weiterer Abwehrzellen kommt. Viren sind weder Lebewesen im klassischen Sinn noch Zellen, sondern potenziell infektiöse Partikel, die Menschen, Tiere oder Pflanzen befallen können. Sie besitzen keinen eigenen Stoffwechsel, sind nicht in der Lage, sich selbst zu reproduzieren, und ihnen fehlen spezifische Organellen, die in Zellen viele wichtige Funktionen erfüllen. Um sich zu vermehren, sind Viren daher auf die Übernahme dieser Zellfunktionen in Lebewesen angewiesen – sie werden von Virologen deshalb auch als „obligatorische Parasiten” bezeichnet. Beim Menschen ist die Erbinformation im Zellkern in Form von doppelsträngiger DNA (Desoxyribonukleinsäure) gespeichert. Auch Viren besitzen genetische Information, sie kann allerdings sowohl in DNA- als auch in RNA (Ribonukleinsäure)-Form vorhanden sein. Diese virale Erbinformation muss innerhalb der befallenen Zelle modifiziert und vermehrt werden, damit neu entstandene Viren die Zelle verlassen und weitere Körperzellen infizieren können. Obwohl ihr Erbgut als RNA vorliegt, zählen HI-Viren jedoch nicht zu den RNA-Viren, sondern zu den sogenannten Retroviren. Diese unterscheiden sich von herkömmlichen RNA-Viren unter anderem dadurch, dass ihre einsträngige RNA erst durch ein bestimmtes Enzym, die Reverse Transkriptase, in doppelsträngige DNA „umgeschrieben” werden muss. Ohne diesen Vorgang könnten sich Retroviren wie das HI-Virus in ihren Wirtszellen nicht vermehren. Ein weiteres, ausschließlich bei Retroviren vorkommendes Protein ist das Enzym Integrase. Es schleust das in DNA umgeschriebene Erbgut des HI-Virus in das Genom der menschlichen Wirtszelle ein. Schließlich spielt noch die HIV-1-Protease eine wichtige Rolle, die Vorläuferproteine des Virus in aktive Proteine zerschneidet. Diese aktiven Proteine sind an der Zusammensetzung neuer, infektiöser Viruspartikel beteiligt. Die viralen Enzyme sind wichtigste Ziele medikamentöser Therapien zur Reduzierung der Viruslast bei HIV-Infizierten, zur Prävention einer HIV-Infektion nach Exposition oder als Präventivmaßnahme für Menschen, die einem sehr hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Was passiert nun genau, wenn ein HI-Virus eine Körperzelle infiziert? Zunächst: Nicht jede Zelle kann überhaupt infiziert werden. Damit ein Virus in eine Zelle eindringen kann, benötigt es eine Andockstelle: einen speziellen Rezeptor. Im Fall von HIV ist das der CD4-Rezeptor, der sich vor allem an der Oberfläche von bestimmten Zellen des Immunsystems befindet. Diese Zellen sind zu einem Großteil sogenannte T-Helferzellen (auch als T-Lymphozyten, CD4-Zellen oder CD4-T-Helferzellen bezeichnet) und Makrophagen, die beide zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gehören und eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielen. Sobald das HI-Virus an den Rezeptor angedockt hat, bildet sich eine Einbuchtung in der Zellmembran der infizierten Zelle. Dadurch kommen weitere Rezeptoren mit dem Virus in Kontakt und dieses kann noch fester an die Wirtszelle anbinden. Die Virusmembran fusioniert nun mit der Zellmembran, und das Virus entlässt schließlich sein Kapsid – eine Proteinstruktur, die das virale Genom umgibt – ins Zellinnere. Nun findet ein Vorgang statt, der als „Uncoating” bezeichnet wird: Die Hülle des HI-Virus wird abgestreift, das virale Genom – die Virus-RNA – und die Proteine aus dem Kapsid befinden sich jetzt frei in der Zelle. Das Enzym Reverse Transkriptase beginnt nun damit, die virale RNA mit Hilfe spezieller Moleküle der Wirtszelle in DNA umzuschreiben – es entstehen ringförmige, doppelsträngige DNA-Moleküle. In einem letzten Schritt werden diese durch das Enzym Integrase in das Genom der Wirtszelle eingebaut. Die beschriebenen Vorgänge dauern etwa zehn Stunden. Danach beginnt eine Phase, die als Latenzzeit bezeichnet wird: Das Genom des HI-Virus befindet sich nun zwar in der Zelle, wird aber noch nicht von anderen Zellbestandteilen abgelesen und in virale Bestandteile umgesetzt. Die Latenzzeit kann individuell sehr unterschiedlich sein und sehr lange dauern – im Mittel sind es etwa zehn Jahre. Während dieser Latenzzeit kann das Immunsystem schon durch die Infektion beeinträchtigt sein. Viele Infizierte bemerken allerdings lange Zeit keinerlei Symptome. Diese machen sich erst bemerkbar, wenn durch die Zerstörung einer großen Anzahl von Immunzellen die Abwehr schon so stark geschwächt ist, dass es vermehrt zu Infektionen durch andere Erreger – Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten – kommt. Schreitet diese Zerstörung fort und ist die körpereigene Abwehr nicht mehr in der Lage, ausreichend Immunzellen nachzubilden, entsteht schließlich das Vollbild der Immunschwächekrankheit AIDS. Welcher Vorgang zur Beendigung der Latenzzeit führt, ist noch nicht ausreichend geklärt. Wahrscheinlich sind dafür bestimmte Transkriptionsfaktoren verantwortlich – Moleküle, die den Anstoß dafür geben, dass in mehreren Schritten DNA in RNA und schließlich in Protein umgesetzt werden kann. Auf diese Weise produziert die befallene Zelle dann virusspezifische Proteine, die sich an bestimmten Stellen der Zellmembran ansammeln, zu Viruspartikeln formen und schließlich wieder in die Blutbahn abgegeben werden, wo sie weitere CD4-Zellen befallen können. Die Wirtszellen werden durch die Infektion mit dem HI-Virus schlussendlich zerstört. Die Latenzphase wird im klinischen Bereich auch als HIV-Infektion der Kategorie A bezeichnet. Sie umfasst auch die erste Immunreaktion nach der Infektion, die sich als grippeähnlicher Infekt mit Fieber, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen und geschwollenen Lymphknoten zeigen kann und meist rasch wieder abklingt.
Eine manifeste AIDS-Erkrankung zeigt sich durch eine stark geschwächte Immunabwehr und das Auftreten mindestens einer damit assoziierten Erkrankung. Die Krankheit verläuft bei den Betroffenen sehr unterschiedlich. Damit die Krankheit AIDS diagnostiziert werden kann, muss neben einer bestätigten HIV-Infektion noch mindestens eine AIDS-definierende Erkrankung vorliegen oder die Anzahl der CD4-Zellen pro Mikroliter unter 200 liegen. Als AIDS-definierende Erkrankungen gelten eine Reihe von sogenannten opportunistischen Infekten und Tumoren, die symptomatisch für Patientinnen und Patienten mit erheblicher Immunschwäche sind. Erste Anzeichen einer Infektion mit dem HI-Virus treten gewöhnlich ein bis sechs Wochen nach der Ansteckung auf. Sie sind oft unspezifisch und äußern sich durch grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit und Lymphknotenschwellung. Bei etwa 70 Prozent der Infizierten kommt es zu einem Hautausschlag (Exanthem) und Ausschlägen der Schleimhäute (Enantheme), vor allem im Mundbereich. Manche Betroffenen entwickeln allerdings keinerlei Anzeichen der Primärinfektion. Wie lange es dauert, bis eine mit dem HI-Virus infizierte Person Krankheitssymptome entwickelt, ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von mehreren Faktoren ab. Die Latenzzeit, in der eine HIV-Infektion besteht, die Betroffenen jedoch keinerlei Beschwerden aufweisen, wird auch als „asymptomatische HIV-Infektion” bezeichnet. Alter, Geschlecht, eventuell bestehende weitere Erkrankungen und auch eine genetische Komponente spielen dabei eine Rolle. In der medizinischen Literatur werden Latenzzeiten von vielen Jahren berichtet. Ohne medikamentöse Behandlung entsteht jedoch bei so gut wie allen HIV-positiven Menschen früher oder später das Vollbild der Krankheit AIDS. Erfolgt keine rechtzeitige antiretrovirale Therapie, zeigen sich nach Ende der Latenzphase Symptome einer eingeschränkten Immunabwehr, die in der klinischen Praxis als HIV-Infektion der Kategorie B oder als ARC (AIDS Related Complex) bezeichnet werden. Dazu zählen beispielsweise:
  • Pilzinfektionen im Mund- und Rachen- sowie im Genitalbereich
  • bakterielle Infektionen der Haut
  • ein Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und eine dadurch bedingte erhöhte Blutungsneigung
  • Fieber und Durchfall über einen Zeitraum von mindestens einem Monat
  • bei Frauen Entzündungen des kleinen Beckens
  • eine ausgedehnte Gürtelrose (Herpes Zoster)
Viele dieser Symptome ähneln jenen der Primärinfektion und sind auf eine verminderte Anzahl an Immunzellen zurückzuführen. Anders als am Anfang der Infektion ist das Immunsystem in dieser Phase aber schon zu geschwächt, um sie erfolgreich bekämpfen zu können – die Beschwerden bleiben deshalb länger bestehen. Im weiteren Verlauf treten bei den meisten Betroffenen eine oder mehrere der von den US-amerikanischen CDC (Centers for Disease Control and Prevention) als AIDS-definierend festgelegten Erkrankungen auf:
  • Candidose (Pilzinfektion) der Bronchien, Luftröhre oder Lungen
  • Ösophageale Candidose (Pilzinfektion der Speiseröhre)
  • CMV (Cytomegalievirus-)-Infektionen (außer Leber, Milz, Lymphknoten)
  • CMV-Retinitis (Netzhautentzündung mit Visusverlust)
  • Enzephalopathie, HIV-bedingt
  • Herpes-simplex-Infektionen: chronische Ulzera (länger als ein Monat bestehend oder Bronchitis, Pneumonie, Ösophagitis)
  • Histoplasmose, disseminiert (verstreut) oder extrapulmonal (außerhalb der Lunge)
  • Isosporiasis, chronisch, intestinal, mehr als ein Monat bestehend
  • Kaposi-Sarkom
  • Kokzidioidomykose, disseminiert oder extrapulmonal
  • Kryptokokkose, extrapulmonal
  • Kryptosporidiose, chronisch, intestinal, länger als ein Monat bestehend
  • Burkitt-Lymphom
  • Lymphom, immunoblastisches
  • Lymphom, primär zerebral
  • Mycobacterium avium complex oder M. kansasii, disseminiert oder extrapulmonal
  • Mycobakteriose, andere oder nicht identifizierte Spezies, disseminiert oder extrapulmonal
  • Pneumocystis-Pneumonie
  • Pneumonien, bakteriell rezidivierend (mehr als zwei innerhalb eines Jahres)
  • Progressive multifokale Leukenzephalopathie
  • Salmonellen-Sepsis, rezidivierend
  • Tuberkulose
  • Toxoplasmose, zerebral
  • Wasting-Syndrom (durch das HI-Virus bedingt)
  • Zervixkarzinom, invasiv
Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Europäische Kommission haben diese Definition in ihren Falldefinitionen identisch übernommen. Die Diagnosestellung der AIDS-Erkrankung folgt somit grundsätzlich weltweit einheitlichen Kriterien. Klinisch wird das Auftreten Aids-definierender Erkrankungen nach der CDC-Klassifikation auch als HIV-Infektion der Kategorie C bezeichnet.

Das HI-Virus wird durch direkten Kontakt von Schleimhäuten oder frischen Wunden mit infektiösen Körperflüssigkeiten übertragen. Ein hohes Risiko besteht vor allem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr und intravenösem Drogengebrauch mit verunreinigten Spritzutensilien. Beim alltäglichen Kontakt mit HIV-Infizierten ist dagegen keine Ansteckung zu befürchten.

Die Übertragung des HI-Virus erfolgt über Körperflüssigkeiten, in denen die Virenkonzentration ausreichend hoch ist. Das ist vor allem bei Blut, Sperma und Sekreten der Analschleimhaut der Fall. In geringerem Ausmaß sind auch Vaginalsekret und Muttermilch infektiös. Keine Gefahr besteht dagegen bei Kontakt mit Speichel, Schweiß und Tränenflüssigkeit – sie enthalten keine so hohen Konzentrationen an HI-Viren, dass es zu einer Ansteckung kommen kann. Ungefährlich ist auch der Kontakt mit Harn oder Stuhl infizierter Personen, die ebenfalls keine relevanten Virenkonzentrationen enthalten.

Damit eine Infektionen stattfinden kann, muss die infektiöse Körperflüssigkeit außerdem mit einer Schleimhaut in Kontakt kommen oder direkt in die Blutbahn gelangen. Vor allem frische Wunden und kleine Verletzungen an Schleimhäuten sind ideale Eintrittspforten für das Virus. Das Risiko, sich mit dem HI-Virus zu infizieren, ist daher bei ungeschützten Sexualkontakten (anal und vaginal) besonders hoch – sie stellen nach wie vor die häufigste Infektionsquelle dar. Ungeschützter Oralverkehr kann ebenfalls, wenn auch in geringerem Ausmaß, ein Risiko darstellen – vor allem wenn im Mundbereich kleine Verletzungen bestehen, die für die Betroffenen gar nicht sichtbar sein müssen.

Ein hohes Risiko besteht weiters bei intravenösem Drogenkonsum, sofern Spritzen und/oder Nadeln geteilt werden. Die Ansteckung durch kontaminierte Blutkonserven bei einer Bluttransfusion hat dagegen in Ländern mit hohen medizinischen Standards kaum mehr Bedeutung, da Spender wie Konserven auf mögliche Infektionen getestet werden. In Gebieten mit unzureichender medizinischer Versorgung – vor allem in einigen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas – können Bluttransfusionen als Infektionsquelle aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Bei Schwangeren besteht grundsätzlich die Gefahr einer Übertragung der HIV-Infektion auf den Fötus. Obwohl kindlicher und mütterlicher Blutkreislauf während der Schwangerschaft nicht miteinander in Kontakt kommen, kann das Neugeborene im Verlauf der Geburt durch den Kontakt mit mütterlichem Blut und Körperflüssigkeiten infiziert werden. Die Plazentaschranke – eine dünne Membran, durch die der Fötus mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird – ist für HI-Viren nur in seltenen Fällen passierbar. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Membran durch Wehentätigkeit oder Verletzungen im Geburtsverlauf undicht wird. Um das Risiko einer Ansteckung während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu minimieren, ist die antiretrovirale Therapie der Schwangeren ab der 28. Schwangerschaftswoche die beste Option.

Im Alltag und bei der Nutzung öffentlich zugänglicher Einrichtungen besteht so gut wie keine Gefahr einer Infektion. Unbedenklich sind jedenfalls:

  • Berührungen, Umarmungen, Händeschütteln, Küsse
  • die gemeinsame Benutzung von Toiletten und Sanitärräumen
  • das gemeinsame Benutzen von Geschirr, Kochgeschirr, Tassen, Gläsern und Besteck
  • medizinische Behandlungen beim Arzt, Zahnarzt oder im Krankenhaus
  • Anhusten oder Anniesen
  • der Besuch von Schwimmbädern, Saunas oder Fitnesscentern

HI-Viren können außerhalb des Körpers unter bestimmten Bedingungen einige Tage infektiös bleiben. Dadurch besteht zumindest eine theoretische Ansteckungsmöglichkeit durch Gegenstände und Oberflächen, die mit infizierten Körperflüssigkeiten in Kontakt gekommen sind. Allerdings wird das Virus durch Austrocknen inaktiviert. Eine Infektion kann zum Beispiel dann erfolgen, wenn angetrocknetes Blut in einer Spritze gelöst und injiziert wird.

Grundsätzlich ist das Risiko einer HIV-Infektion dann besonders hoch, wenn auch die Viruskonzentration sehr hoch ist – das ist vor allem nach einer Neuinfektion der Fall. Zu diesem Zeitpunkt wissen Betroffene noch nichts von ihrer Infektion, da ein Nachweis durch einen Test erst etwa sechs bis acht Wochen nach der Ansteckung möglich ist. Aus diesem Grund sollte bei allen sexuellen Kontakten die Regeln des „Safer Sex” beachtet werden. Für Konsumenten und Konsumentinnen intravenös verabreichter Drogen bestehen analog die „Safer Use-Regeln”.

Eine Ansteckung mit dem HI-Virus lässt sich am besten durch die Beachtung einiger grundlegender Verhaltensregeln verhindern. Werden diese Regeln nicht eingehalten oder kommt es zu einem „Unfall”, ist es wichtig, rasch die richtigen Notfallmaßnahmen zu ergreifen. So kann eine Ansteckung in den meisten Fällen noch verhindert werden. Im Zuge der Auseinandersetzung mit dem HI-Virus und AIDS wurde auch die Reduzierung von Infektionsrisiken für Menschen, die beruflich oder privat in engem Kontakt mit (möglicherweise) Infizierten stehen, intensiv diskutiert. Daraus entwickelten sich an das jeweilige persönliche Risiko angepasste Verhaltensregeln und Maßnahmen, die bei korrekter Anwendung eine sehr hohe Sicherheit vor einer Infektion mit dem HI-Virus bieten und auch das Ansteckungsrisiko für weitere übertragbare Krankheiten minimieren können.
Die bedeutendsten und bekanntesten dieser Maßnahmen finden sich in den sogenannten „Safer Sex”-Regeln, die schon kurz nach der Entdeckung von AIDS in den 1980er-Jahren erstellt wurden und seither nicht an Bedeutung verloren haben. Ziel ist, sexuelle Kontakte sicherer zu machen, indem der Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten konsequent vermieden wird. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es jedoch auch bei konsequenter Anwendung – wie überall im Leben – nicht. Die wichtigste Rolle spielt nach wie vor die Verwendung von Kondomen bei allen vaginalen und/oder analen Kontakten. Dabei ist schon beim Auspacken auf die korrekte Anwendung zu achten: Ein Einreißen der Verpackung mit spitzen Fingernägeln kann das Kondom beschädigen, ebenso die Verwendung von fetthaltigen Gleitmitteln. Kondome dürfen niemals mehr als einmal verwendet werden. Sie müssen über das steife Glied gezogen und vollkommen abgerollt werden. Der richtige Sitze lässt sich am besten mit der Hand nachprüfen. Beim Herausziehen aus Anus oder Vagina sollte das Kondom mit einer Hand festgehalten werden, damit es nicht abrutschen kann. Ist ein Partner HIV-positiv, der andere negativ, kann eine Infektion durch eine gut funktionierende antiretrovirale Therapie verhindert werden: Sind seit mindestens sechs Monaten keine HI-Viren mehr im Blut nachweisbar, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr. Allerdings ist es erforderlich, die Therapie konsequent einzuhalten und die Viruslast regelmäßig überprüfen zu lassen. Geschieht dies, ist der Schutz durch die Therapie genauso hoch wie durch die Verwendung von Kondomen. Auf Kondome zu verzichten, ist unter diesen Bedingungen somit grundsätzlich möglich, verlangt aber ein sehr großes Vertrauen zwischen den Beteiligten. Bei sexuellen Kontakten mit weiteren Partnern sollte folglich nie auf die Verwendung von Kondomen verzichtet werden. Die Verwendung von Kondomen ist auch deshalb wichtig, weil sie die einzige Möglichkeit darstellt, sich zusätzlich vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Bestehende Entzündungen erhöhen auch das Risiko, sich mit dem HI-Virus anzustecken, da gereizte Schleimhäute eine gute Eintrittsmöglichkeit für Krankheitserreger darstellen. Das Risiko, sich bei Oralverkehr anzustecken, ist sehr gering – vermutlich, da Mundschleimhaut und Speichel Barrieren gegen das HI-Virus bilden. Es sind nur sehr wenige Ansteckungen durch Oralverkehr dokumentiert. Dennoch sollten Schutzmaßnahmen getroffen werden, wenn Verletzungen im Mundbereich bestehen oder Kontakt mit Menstruationsblut möglich ist, da dieses infektiös ist. In diesen Fällen ist es sinnvoll, sich durch Verwendung eines Lecktuches zu schützen. Trotz geringem Risiko ist eine HIV-Infektion durch Sperma, das in den Mundraum gelangt oder geschluckt wird, möglich: Durch Ausspucken und mit etwas Flüssigkeit spülen lässt sich dieses geringe Risiko noch zusätzlich senken.
Reißt ein Kondom oder rutscht es ab, besteht grundsätzlich Ansteckungsgefahr. Als Sofortmaßnahme lässt sich das Risiko einer Ansteckung etwas reduzieren, wenn der Penis oder der äußere Bereich der Scheide mit warmem Wasser abgespült werden. Samenflüssigkeit, die in Auge gelangt, sollte ebenfalls mehrmals ausgespült werden. Scheiden- oder Darmspülungen sind dagegen nicht sinnvoll, weil sie das Risiko einer Infektion sogar erhöhen können, indem die Viren noch tiefer in Körperöffnungen gespült werden.
Analog zu den Vorsichtsmaßnahmen für sexuelle Kontakte gilt für Nutzer und Nutzerinnen intravenös verabreichter Drogen: Spritzen und Nadeln dürfen niemals geteilt werden, und sie müssen nach einmaligem Gebrauch so entsorgt werden, dass Dritte nicht durch Stichverletzungen gefährdet werden können. Ein eigenes Spritzbesteck und möglichst hygienische Bedingungen beim Drogenkonsum reduzieren auch das Risiko für Infektionen mit anderen übertragbaren Krankheiten wie Hepatitis. Werden Drogen gesnieft, sollte das Röhrchen ebenfalls nicht gemeinsam benutzt werden, da es auch dabei zur Übertragung von Infektionen kommen kann.
Falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten gekommen ist oder zumindest ein solcher Verdacht besteht, gibt es die Möglichkeit, eine Infektion durch Einnahme von Medikamenten noch zu verhindern. Diese vorbeugende Maßnahme wird als HIV-Postexpositionsprophylaxe (abgekürzt: HIV-PEP oder PEP) bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Kombination von mehreren antiretroviralen Wirkstoffen, die so bald wie möglich nach einer Exposition eingenommen werden muss. Je früher die Einnahme erfolgt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ansteckung verhindert werden kann. Als optimal gilt ein Beginn der HIV-PEP innerhalb von zwei Stunden nach dem Viruskontakt. Das ist jedoch in vielen Fällen nicht möglich. Erfahrungen zeigen, dass eine innerhalb von 24 Stunden begonnene PEP eine sehr hohe Erfolgsrate aufweist. Manchmal kann es auch noch sinnvoll sein, die Medikamente bis zu 72 Stunden nach der möglichen Infektion einzunehmen. Danach gilt eine PEP allerdings bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr als empfehlenswert. Ob eine HIV-PEP sinnvoll ist, muss immer im Einzellfall vom behandelnden Arzt, der behandelnden Ärztin entschieden werden. Am besten wendet man sich dazu an ein spezialisiertes Zentrum. Kontaktadressen von Kliniken, die viel Erfahrung mit der HIV-PEP haben, finden sich zum Beispiel über die Webseiten der Deutsche Aidshilfe: https://www.aidshilfe.de/ und des Robert-Koch-Instituts: https://www.rki.de/.
Die HIV-PrEP (HIV-Präexpositionsprophylaxe, PrEP) stellt eine Möglichkeit dar, sich vorsorglich vor einer Infektion zu schützen, wenn ein bekanntes Risiko besteht. Auch hier kommen ein oder mehrere retrovirale Wirkstoffe zum Einsatz, die entweder regelmäßig oder in bestimmten Fällen zu einem festgelegten Zeitpunkt vor einer möglichen Exposition eingenommen werden müssen. Die PrEP ist aber keinesfalls als Ersatz für Safer-Sex-/Safer-Use-Praktiken zu verstehen. Die aktuellen Deutsch-Österreichischen PrEP-Leitlinien empfehlen den Einsatz für alle Menschen mit „substanziellem HIV-Risiko”. Zielgruppen sind demnach:
<ul>
  <li>Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) und zusätzlich in den letzten drei bis sechs Monaten Analverkehr ohne Kondom hatten oder haben werden</li>
  <li>Partner/Partnerinnen von Menschen, die HIV-positiv sind und keine medikamentöse Therapie erhalten, bei denen diese Therapie nicht gut wirkt oder erst vor kurzer Zeit begonnen wurde</li>
</ul>
In manchen Fällen kann auch ein individuelles Risiko bestehen, das eine HIV-PrEP sinnvoll erscheinen lässt, zum Beispiel für:
<ul>
  <li>drogeninjizierende Personen, die keine sterilen Injektionsmaterialien verwenden</li>
  <li>Personen, die sexuelle Kontakte ohne Kondom mit Menschen haben, bei denen eine undiagnostizierte HIV-Infektion wahrscheinlich ist</li>
</ul>
Wie auch für die HIV-PEP gilt: Die Entscheidung für oder gegen die HIV-PrEP sollte unter Beachtung individueller Kriterien gemeinsam mit dem behandelnden Arzt, der behandelnden Ärztin getroffen werden. Eine medizinische Begleitung in Form von Check-Ups vor und während der gesamten Dauer der HV-PrEP ist sinnvoll, da wie bei jeder antiretroviralen Therapie Nebenwirkungen auftreten können. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer eventuell schon bestehenden HIV-Infektion: dann darf keine PrEP eingeleitet werden, weil diese nicht ausreicht, um bestehende Infektionen zu bekämpfen und Resistenzen gefördert werden können.
Auf einen Blick: Um eine Infektion mit dem HI-Virus sicher nachzuweisen oder auszuschließen, muss ein Test gemacht werden. Es existieren unterschiedliche Testverfahren, mit denen vorhandene Antikörper gegen das HI-Virus gesucht („Suchtests”) beziehungsweise spezifische Virusproteine entdeckt werden können („Bestätigungstests”). Neuere Tests – sogenannte Kombinationstests – verbinden diese beiden Verfahren. Spezielle Testkits (HIV-Heimtest oder HIV-Selbsttest) ermöglichen auch eine anonyme Durchführung zu Hause. Üblicherweise wird für einen ersten Test in einer geeigneten Einrichtung – bei einem Arzt oder einer Ärztin, in einer Einrichtung der Aidshilfe oder in einer Ambulanz – eine Blutprobe entnommen, die anschließend im Labor ausgewertet wird. Dabei kommt ein automatisiertes bioanalytisches Verfahren, ein sogenanntes Immunassay, zur Anwendung, mit dem sich vom Immunsystem gebildete Antikörper gegen einen ganz bestimmten Fremdstoff (ein Antigen) nachweisen lassen. Das Testergebnis liegt gewöhnlich – je nach Testverfahren – innerhalb von ein bis maximal fünf Tagen vor. Zeigt der Suchtest ein positives Ergebnis, bedeutet das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, dass eine HIV-Infektion vorliegt. Zur Sicherheit erfolgt bei einem positiven Testergebnis aber immer ein weiterer Test zur Bestätigung. Grund dafür ist die hohe Sensitivität wie Spezifität der angewandten Testverfahren: Sie sind einerseits in der Lage, den Großteil tatsächlich Infizierter als solche zu erkennen, andererseits besteht jedoch das Problem, dass zu einem sehr geringen Prozentsatz falsch-positive Ergebnisse entstehen können: Es werden also Personen als infiziert erkannt, die es gar nicht sind. Ein positiver HIV-Test wird deshalb immer unter Verwendung eines weiteren, aufwändigeren und sehr sicheren Verfahrens überprüft („Western-Blot-Bestätigungstest”). Wichtig zu wissen: Ein Test im Labor kann erst etwa sechs Wochen, ein Schnelltest drei Monate nach einer möglichen Infektion ein verlässliches Ergebnis liefern. Davor sind nicht genug spezifische Antikörper für eine positive Testreaktion im Blut vorhanden – das Testergebnis hätte somit keine Aussagekraft. Dieser Zeitraum, in dem noch kein aussagekräftiger HIV-Test gemacht werden kann, wird auch als „diagnostische Lücke” oder als Serokonversion bezeichnet. So verständlich es auch ist, dass bei Verdacht auf eine HIV-Infektion schnell Gewissheit über den eigenen serologischen Status erwünscht ist – hier ist seitens der Betroffenen Geduld erforderlich.
Besteht bereits eine HIV-Infektion, muss zur Therapiekontrolle die Anzahl der infektiösen Viruspartikel im Blut (Viruslast oder Englisch: Viral Load) regelmäßig bestimmt werden. Nur so lässt sich feststellen, ob die antiretrovirale Therapie wirksam ist und eine HIV-positive Person noch ansteckend ist. Die Bestimmung der Viruslast erfolgt durch ein spezifisches Testverfahren, die RT-PCR (Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion). Mit einer PCR lässt schon sehr früh eine HIV-Infektion nachweisen, da sie auf einem direkten Virusnachweis basiert und sich in den ersten 14 Tagen nach der Infektion besonders viele Viren im Blut befinden. Sie ist allerdings um ein Vielfaches teurer und aufwändiger als herkömmliche Suchtests und Bestätigungstests, weshalb sie nicht in der Erstdiagnostik, sondern vor allem zur Therapiekontrolle eingesetzt wird. Neben der Viruslast ist auch die Anzahl der CD4-Zellen ein wichtiger Indikator für die Wirksamkeit der antiretroviralen Medikation. Diese wird mittels labortechnischer Zählung bestimmt.
Ein HIV-Selbsttest, der positiv ausfällt, löst verständlicherweise Besorgnis aus. Es ist deshalb gut, sich schon vor der Durchführung des Tests zu überlegen, wie man im Falle eines positiven Ergebnisses weiter vorgehen möchte. Hilfreich ist auf jeden Fall, sich kompetente Beratung zu holen: Die Deutsche Aidshilfe bietet auf ihrer Website ausführliche Informationen sowie persönliche und telefonische Beratung an. Freunde, Freundinnen oder Familienangehörige können während der Durchführung des Tests und danach eine wichtige Stütze sein. Besteht ein besonderes Vertrauensverhältnis zu einem Arzt, einer Ärztin, sind diese ebenfalls geeignete Ansprechpartner.
Auf einen Blick: Mit einer geeigneten antiretroviralen Kombinationstherapie lässt sich das Risiko für eine mögliche spätere AIDS-Erkrankung minimieren und die Infektionsgefahr für andere durch Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze eliminieren. Ist eine Infektion mit dem HI-Virus durch einen Bestätigungstest nachgewiesen, sollte möglichst schnell mit einer antiretroviralen Therapie begonnen werden. Dabei kommt eine Kombination aus mehreren Wirkstoffen zum Einsatz, die auch als HAART (highly active antiretroviral therapy, hochaktive antiretrovirale Therapie) oder korrekter als cART (combined antiretroviral therapy, antiretrovirale Kombinationstherapie) bezeichnet wird. Ziel der Therapie ist es, die Viruslast der Betroffenen soweit zu senken, dass keine gefährliche Schädigung des Immunsystems entsteht und die Entwicklung des Vollbildes der Krankheit AIDS verhindert beziehungsweise so lange wie möglich hinausgezögert werden kann. Ein bedeutender Nebeneffekt dieser Therapie ist, dass Patienten und Patientinnen, die konsequent behandelt werden, nicht mehr infektiös sind. Dazu ist viel Compliance seitens der Betroffenen notwendig, da eine unzureichende Behandlung nicht nur Konsequenzen für die eigene Gesundheit hat, sondern die Infektionsgefahr für andere erhöht. Die möglichst vollständige Hemmung der Virusvermehrung ist weiters wichtig, um Resistenzentwicklungen zu verhindern. Wirkstoffe, die aktuell in der Behandlung der HIV-Infektion eingesetzt werden, zielen auf die Hemmung bestimmter viraler Enzyme, die die Vermehrung des Virus in den Körperzellen ermöglichen, ab oder verhindern das Eindringen des Virus in seine Zielzellen. Zum Einsatz kommen meist Kombinationspräparate, die mehrere dieser Wirkstoffe vereinen. Man unterscheidet dabei:
  • NRTI-Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren: Hemmen die virale Reverse Transkriptase: Konkurrieren mit natürlichen Nukleosiden um eine Bindungsstelle und unterbrechen so die Bildung von neuen DNA-Ketten.
  • NNRTI-Nicht-Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren: Hemmen die virale Reverse Transkriptase durch Blockade einer Bindungsstelle
  • Proteasehemmer: Hemmen die Enstehung aktiver viraler Proteine.
  • Integrasehemmer: Hemmen das virale Enzym Integrase, das für den Einbau des viralen Genoms in die Wirtszelle verantwortlich ist.
  • Entry-Inhibitoren: Verhindern das Eindringen des Virus in die Zielzelle.
Schließlich stehen noch sogenannte „Booster-Substanzen” zur Verfügung, die im Rahmen der Kombinationstherapie die Plasmakonzentration antiretroviraler Substanzen erhöhen.
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